Das Thema ist tatsächlich spannender, als es auf den ersten Blick wirkt – auch wenn es aus dem Bereich der Selbstbefriedigung kommt, steckt dahinter eine gewisse Psychologie.
Edging ist die Praxis, beim Masturbieren kurz vor dem Orgasmus zu stoppen – manchmal mehrmals hintereinander. Das kann dazu dienen, die Lust zu steigern, den Orgasmus hinauszuzögern oder auch bewusst zu kontrollieren. Manche nutzen es auch in Verbindung mit Partner:innen, z. B. beim sogenannten Tease-and-Denial. Der Reiz liegt darin, sich selbst zu beherrschen, Spannung aufzubauen – und viele berichten davon, dass der „finale“ Orgasmus danach intensiver und befriedigender ist.
Gooning ist etwas ganz anderes – es hat weniger mit Kontrolle zu tun, sondern mit dem bewussten Aufgeben dieser Kontrolle. Es beschreibt einen tranceähnlichen Zustand, in dem man sich durch ständige Reizung (oft durch Pornos oder Fantasie) völlig in die sexuelle Erregung fallen lässt. Manche nennen das auch „horny meditation“. Der Körper ist voll erregt, der Geist wird zunehmend passiv – fast so, als würde man sich in der Lust verlieren. Das kann viele Stunden dauern und ist für manche eine Art spirituelles oder bewusstseinserweiterndes Erlebnis – andere finden es eher extrem oder sogar problematisch.
Beide Praktiken sind in gewissen Online-Communities stark verbreitet – teils spielerisch, teils mit echter Hingabe. Wichtig ist wie immer: alles freiwillig, verantwortungsvoll und im Rahmen dessen, was einem selbst guttut.